31. Baden Marathon Karlsruhe am 22.09.2013

Gut gelaufen-toller Sport - alle zufrieden!

Nachdem ich in Worms neulich den Halbmarathon ganz ordentlich nach meiner Verletzung gemeistert hatte (1:53:19) konnte ich nun beim Baden Halbmarathon in Karlsruhe zuversichtlich sein. Ich wollte versuchen, mich etwas zu steigern, denn der Frankfurt Marathon am 27.10.2013 rückt immer näher.

Volker Deike sowie Jürgen Schöffel sind ebenfalls am Start. Jürgen - gerade auf dem Weg der Genesung von einer Knieverletzung - wollte diesen Lauf als Härtetest absolvieren und Volker weiter an seiner Bestzeit arbeiten (so wie ich ihn kenne). Pünktlich um 9Uhr fiel der Startschuss bei herrlichem Wetter (15 Grad, Sonne und blauer Himmel). Bei tollen äußeren Bedingungen liefen Jürgen und ich gemeinsam los. Volker hatte sich selbstverständlich in der ersten Reihe einsortiert, um auch sofort von Anfang an mit Volldampf mitzumischen, wenn es um die guten Platzierungen geht.

Die ersten drei Kilometer lief ich mit Jürgen Seite an Seite mit einem Tempo von knapp über 5 Minuten je Kilometer. Ich lief noch sehr kantig, zog aber dann das Tempo an und verabschiedete mich von Jürgen. Meine Speed lag nun einiges unter 5 Minuten je Kilometer.

Ich wollte allerdings nicht so recht in den richtigen Rhythmus kommen. Ich war tief in meinen Gedanken versunken und bin fast am Trödeln, als Jürgen von hinten auf mich auflief.

Hey, Jürgen - äh hallo du hier! – was ist los? - bist du zu schnell oder ich zu langsam unterwegs? Ich jammere ein wenig, weil ich einfach nicht in Gang komme. Geduldig hört sich Jürgen meine Klagen an und ich versuchte nun mit Jürgen irgendwie in einen besseren Lauf zu kommen. Es tat sich was, ich habe den Takt von Jürgen übernommen und kam somit langsam in Schwung. Jürgen hatte mich wohl rechtzeitig geweckt und mir ein wichtiges Signal gefunkt. Ich zog das Tempo wieder an und komme endlich in Wettkampfstimmung. Ich überhole einen Läufer nach dem anderen – es macht Spaß der Rhythmus passte auf einmal. Ich machte mir überhaupt keine Gedanken mehr – alles egal, Hauptsache es läuft und läuft und läuft...

Die Kilometer schwinden geradezu und die Stimmung ist einfach phasenweise genial. Nichts schmerzt - alles tut gut. Toller Sport – toller Wettkampf – toller Jürgen, denn er hatte mich beflügelt und wach gerüttelt.

Die leichten bis mittleren Steigungen (Brücken) -alles kein Problem – wurden locker und zügig abgearbeitet – ja so musste es sein- einfach rollen lassen. Ich aktivierte meine eigene Musik für die letzten Kilometer und genieße jeden Meter nun beschwingt im Takt der Klänge.

Der Zieleinlauf war ein einziger Genuss – ich hatte Kraft und zog noch ein wenig das Tempo an. Ich finishe mit 1:46:35 und bin mehr als zufrieden. Die Vorgabe von meinen Personal-Trainer Rolf Siegel mit mindestens 1:49:59 zu finishen konnte ich zu meiner (und seiner) besonderen Freude erfüllen. Nun schaue ich schon, ob ich Jürgen sichte. Da kam er auch schon um die Ecke geflitzt und sieht zufrieden aus. Sein Knie hatte gehalten und es sah nach einem positiven Testlauf aus. Er finishte mit 1:52:39 und wird 9. seiner Altersklasse, obwohl er untrainiert ist und gerade erst nach der Verletzung wieder angetrabt war.

Volker hatte doch tatsächlich seine Bestzeit um 10 Sekunden verbessert und war auch sehr zufrieden mit sich und der Sportwelt. Gut gelaunt gönnten wir uns noch ein Stück Kuchen und einen Becher Kaffee. Die gesamte Veranstaltung war einfach genial – die Versorgung nach dem Zieleinlauf einfach Spitzenklasse. Nun kann ich positiv an den Start beim Frankfurt Marathon am 27.10.2013 denken und vielleicht auch dort etwas reißen.

Andreas Kambouris