34. Berlin-Marathon am 30.09.2007

Neuer Weltrekord (2:04:43 h) durch Haile und wir - Regina, Volker, Rolf (Siegel) und ich (Andreas) - waren live dabei!

Gleich vorab kann ich sagen, dass meine sehr hohen Erwartungen (Stimmung in Berlin, Gänsehaut-Atmosphäre) trotz Potsdamer Platz, Kurfürstendamm, Siegessäule, Berliner Dom und Brandenburger Tor) nicht ganz erfüllt wurden.

Schon beim Frühstückslauf am Vortag des Events machten die ca. 6.000 Läufer selbst die Stimmung mit Laola-Wellen und "Jetzt geht's los"-Rufen. Höhepunkt und Schluss des Frühstückslaufs war das Einlaufen ins Olympia-Stadion. Auf Großbildleinwänden konnten sich die Läufer sehen. Zur Stärkung gab es dort Kaffee, Tee und Pfannkuchen (= "Berliner").

Am Sonntagmorgen waren wir hoch motiviert - endlich war es wieder soweit: Marathon-Zeit. "Hurra, wir sind wieder auf der Piste!"

Knapp 40.000 Läufer erwarteten um 9:00 Uhr bei guten Bedingungen (17 °C, trocken) den Startschuss von OB Wowereit im gelben Adidas-Dress.

Haile startete in der ersten Reihe und unsere Truppe kam ca. 14 Minuten später auch in Bewegung. Zu unserer Überraschung kamen wir trotz Gedränge mit einem Durchschnitt unter 6 min./km relativ gut weg vom Fleck; bald hatten wir Möglichkeiten zum Überholen.

Regina, noch nicht ganz von einer Erkältung regeneriert, hoffte auf einen guten Lauf und setzte sich (wie immer) schon früh von uns ab - direkt hinter die Pacemaker mit der 4:00 h-Marke. Rolf, Volker und ich hatten die Ballonläufer in ca. 300 - 500 m Entfernung stets im Auge. Volker, bestens gelaunt und beschwingt durch eine Mitternachtssauna bei Kerzenlicht, wollte unter 4:30 h finishen.

Besonders fiel uns auf, dass die Musikgruppen immer dann Pause machten oder gerade noch den letzten Takt spielten, als wir vorbeikamen. Rolf munterte mehrfach die Musiker auf - jedoch ohne Erfolg; richtig Stimmung kam leider somit nicht auf. Von Gänsehaut und Runners-High also keine Spur.

Ungewöhnlich auch, dass ich nicht wie gewohnt, neben Rolf lief, sondern stets das Tempo machte und wie ein Hase vor Rolf und Volker herlief. Womöglich war der Grund hierfür meine fast komplett neue Ausstattung: "Mizuno-Wave-Rider"-Schuhe, Polar-Uhr mit Fußsensor sowie von meinem Arbeitgeber gesponsertes rotes Shirt mit Waschbär und Firmenlogo.

Stolz und mit breiter Brust sowie mit extrem starkem Kopf marschierte ich also fast immer voraus, darauf achtend, dass wir zusammen blieben. Volker ließ sich dann etwas fallen. Bei km 31 traf er seinen privaten Fanclub (seine Frau Alexandra mit ihrer Berliner Freundin).

Rolf und ich liefen auf Regina auf. Wir merkten schnell, dass sie nicht mit uns Schritt halten konnte. Bei km 27 hatte sie Atem- und Muskelprobleme. Äußerst geschwächt und mit eisernem Willen (aus diesem Holz sind wahre Marathonis geschnitzt!) lief sie weiter. Unser allergrößter Respekt für das Ergebnis: 4:27:09 h

Bis km 37 konnte ich konstant das Tempo (5 km - 28 min.) halten, gegen Ende verlor ich jedoch 2 min. (auf 5 km) und musste wie immer "Mr. Leichtfuß" Rolf an mir vorbei ziehen lassen. Er wurde für seinen Trainingsfleiß belohnt und schaffte super 3:59:31 h (Präzisionsarbeit!)

Volker hatte sein Ziel mit 4:25:00 h realisiert.

Ich bin mit meinem Ergebnis von 4:01:42 sehr zufrieden - auch wenn wieder die "4" vorne dran steht.

Noch nie zuvor war ich so nah dran gewesen, mit Rolf gemeinsam ins Ziel einzulaufen. Ein guter Grund, wieder bei einem Marathon gemeinsam an den Start zu gehen. Der MLP-Marathon in Mannheim im Mai 2008 ist bereits gebucht…

Andreas Kambouris