3-Länder-Marathon am 2.10.2011

Start im bayerischen Lindau, Ziel im österreichischen Bregenz, dazwischen ein Abstecher in die Schweiz – so kommt der Marathon am Bodensee zu seinem Namen.

Trotz vorhergesagter 24° Mittagstemperatur war es – bodenseetypisch – am Samstag kühl und neblig, als Gunther und ich in Lindau aus dem Zug stiegen und uns auf den kurzen Weg durch die malerische Altstadt machten, um die Startunterlagen zu holen und anschließend mit Hilfe von Bäckereien und der Pasta-Party auf dem „Verpflegungsschiff“ unsere Kohlehydratspeicher zu füllen. Auf der Weiterfahrt zu unserem Quartier in Bregenz konnten wir schon mal den Beginn der Laufstrecke neben den Gleisen begutachten.

Am nächsten Morgen wurden wir am Hafen in Bregenz zünftig vom Moderator mit passender Musik begrüßt, dann wurde die ganze Läufermenge gut organisiert mit mehreren Schiffen nach Lindau zum Laufstart gebracht. Aus dem Bregenzer Nebel fuhren wir in Lindauer Sonnenschein, gaben die Kleiderbeutel ab und mischten uns unter die gut gelaunte Menge (7500 Starter, davon ca. 1700 für den Marathon) im Startbereich am Hafen. Auf der einen Seite Lindaus schöne Hafeneinfahrt mit Löwenfigur und Turm, auf der anderen das stilvolle Hotel „Bayrischer Hof“, dazu fetzige Musik, das war eine schöne Kulisse für den Countdown.

Gleich auf dem ersten Kilometer durchliefen wir eine kleine Geländewelle, die einen prächtigen Ausblick auf den bunten „Läuferwurm“ vor uns bot. Ähnlich motivierend ging es weiter, überwiegend dicht am See entlang, manchmal etwas zu eng für den individuellen Rhythmus, aber bis Bregenz landschaftlich sehr beeindruckend. In Bregenz selbst war eines der Highlights eine Schleife entlang der Tribüne des Festspielhauses mit imposanten Kulissenaufbauten zur Oper „Andrea Chénier“ von Umberto Giordano, unterlegt mit passender Musik; das zweite Highlight war am Ortsende eine Trachtengruppe mit riesigen Kuhglocken, die körperlich fühlbare Klänge erzeugten.

Nach der Querung von Bregenzer Ache und Rhein (hier noch recht jugendlich) ging es auf die Schweiz zu, wo wir von Fahnen schwingenden und auf einem Fass trommelnden Jugendlichen empfangen wurden. Etwas später gab es Datteln und Trockenaprikosen aus Weidenkörben, ein optischer, kulinarischer und sportmedizinischer Volltreffer! Unmerklich ging es dann nach einer kleinen Schleife durch St. Margarethen wieder nach Österreich zurück, wo das folgende Stück von Kilometer 28 bis 30 schnurgerade am Rheindamm entlang verlief und sich offenbar nicht nur für uns, sondern auch für andere Läufer unangenehm in die Länge zog, was an vermehrten Gehpausen und den dazugehörigen Stöhn- oder Schimpflauten zu erkennen war. Wenigstens war es durch inzwischen aufgekommene Bewölkung nicht zu heiß, aber trotz der grünen Wiesen war dieses Streckenstück auffallend zuschauerarm und etwas eintönig. Nach der Rheinbrücke bei Kilometer 32 konnte man die Strecke des Hinwegs wieder erkennen, bis zum letzten Abzweig bei Kilometer 36, wo die Läufer ein Stück die Bregenzer Ache aufwärts geleitet wurden, um 2 km vor dem Ziel noch durch den Park des Klosters Mehrerau zu laufen. Dort mussten die Flüche auf die schmerzenden Beine und die nicht enden wollende Strecke zeitweilig etwas dezenter formuliert werden ...

Als Ziel lief man dann eine Schlussrunde im Casinostadion, genoss den Beifall, die Medaillen verteilenden Kinder, fürsorglich ausgegebene Aludecken (über die sich anschließend Passanten sehr wunderten, als sie uns so verpackt durch die Stadt schleichen sahen), ordentliche Verpflegung und das Glücksgefühl, es geschafft zu haben!

Lore Mair