Frankfurt 2007 - Stimmung Pur

Der Lauf ist ein Muss. Die Stimmung an der Strecke ist super. Vor allem in der Innenstadt ist viel los. Eine Band nach der anderen, sowie viele Zuschauer, die die Läufer auch noch nach über 4 Stunden anfeuern. Auch organisatorisch war die ganze Veranstaltung ein Highlight. Läufe wie in Mannheim, haben es dagegen schwer zu bestehen.

Sonntagmorgen 9.55, noch 5 Minuten bis zum Start. Ich habe mich gerade von Sabine verabschiedet, die jetzt über 4.00 Stunden auf mich warten muss. 8°C, Hochnebel; um mich herum stehen lauter gelbe Müllsäcke. Vorm Startbereich habe ich gefroren, jetzt zwischen all den anderen Läufern ist es angenehm.

Irgendwo vorne erzählt jemand vom Start. Ich stehe soweit hinten, dass ich nur ahnen kann, wo die Startlinie ist. Langsam setzt sich die Masse in Bewegung. Es dauert immerhin 10 Minuten, bis ich über die Startlinie darf. Jetzt geht es ohne weitere Stockungen auf den ersten Rundkurs durch die Innenstadt.

Bei km 1 kommt mir schon die Spitzengruppe entgegen. Die Läufer haben bis dahin schon 5 km geschafft. Interessant war die Spitzengruppe: nur Afrikaner. Ich schätze erst nach 25-30 Läufern kommt der erste Weiße. Die Spitzengruppe hat zu diesem Zeitpunkt auch schon einen deutlichen Vorsprung. Die ersten km laufen wie geplant. Nur der Puls ist mal wieder viel zu hoch. Mehrere Bands und viele Zuschauer lenken vom Laufen ab. Nach 7 km sind wir wieder bei der Festhalle, eigentlich eine tolle Gelegenheit rechts abzubiegen, aber der Zieleinlauf ist leider noch geschlossen.

Von hier geht es erneut durch die Innenstadt nach Sachsenhausen auf die andere Mainseite. Es folgt eine etwas langweiligere Strecke über Niederrad und Schwanheim zur einzigen richtigen Brücke/Steigung über den Main. Immer wieder stehen Zuschauer am Rand und feuern die Läufer an. Bis HM (2.03) liege ich voll im Plan. Immerhin habe ich mir vorgenommen, in 4 Stunden 10 Minuten ins Ziel zu kommen. Mittlerweile kommt die Sonne durch den Nebel und ich merke, dass ich mich zu warm angezogen habe.

In der Steigung bei km 23 merke ich dann, wie mir die Beine schwer werden. Die Hoffnung, dass es nach dem Anstieg wieder besser wird, erfüllt sich leider nicht. So nehme ich etwas Geschwindigkeit raus. Durch Höchst und Nied wird es wieder kurzweilig. Viele Zuschauer säumen die Strecke und machen viel Stimmung. Dann aber folgt die 5 km lange Mainzer Landstraße. 5 km geradeaus, wenig Zuschauer, wenig Stimmung. Immer den Bleistift (Messeturm) im Blick geht es zurück in die Innenstadt.

Mir wird mittlerweile klar, dass ich mein Ziel nicht mehr erreichen kann und so habe ich die Hoffung wenigstens vor dem 4.15 Läufer ins Ziel zu kommen. An der Verpflegungsstelle 32,5 werde ich aber überholt. Erst will ich mich dranhängen, aber ich merke schnell, dass ich dieses Vorhaben mit einer Aufgabe bezahlen müsste. So lasse ich ihn von dannen ziehen. Bei km 35 ist die Innenstadt erreicht. Es ist hier schon verlockend, einfach links abzubiegen. 700 m anstelle 7 km, ...aber ich bin ja viel zu ehrlich. Hier stehen wieder viele Zuschauer und auch wieder die Bands und feuern jeden Läufer an.

Jetzt zahlt sich das gute gemeinsame Grundlagentraining aus. Obwohl ich fertig bin, beiße ich mich doch irgendwie durch. Bei km 41 sieht man dann wieder die Läufer/-innen die gerade bei km 35 durchlaufen. Eine super Motivation. So sind die letzten Meter bis ins Ziel doch wieder recht angenehm. Zum Abschluss folgt das absolute Highlight, der Einlauf in die alte Messehalle. Einfach toll. Kurz vor dem Ziel ist auch klar, dass ich es dann noch unter 4.20 schaffen werde. Immerhin eine neu persönliche Bestzeit. Den Versuch zu Jubeln gebe ich aber sofort auf, da ich beinahe einen Krampf bekomme. Es würde schon irgendwie blöd aussehen, 5 m vor dem Ziel auf die Nase zu fliegen.

Nach dem Lauf ist vor dem Lauf. Frankfurt war eine tolle Erfahrung und schon alleine die Stimmung ist es wert, noch mal dort zu laufen.

Ralf-Peter