Dies schrieb ein Heddesheimer an einen "Amerikaner" über den Heidelberger Halbmarathon

Vielen wird es vielleicht zu heiß gewesen sein und mußten darunter leiden, etc. - mal hat mal Glück, mal hat man Pech ...!!

Für Jose und mich war es ein "Traumlauf" - es war bisher der mit Abstand schönste Halbmarathon, wir sind sehr kontolliert und gleichmäßig gelaufen und sind dabei selbst mit der Hitze gut zurecht gekommen.

Bis zum Startschuß habe ich den Platz neben mir für Dich freigehalten, leider vergeblich. Es war schon sehr schade, daß Du dieses Jahr nicht gemeinsam mit uns starten konntest und Du Dich statt dessen in USA bei einem 10 km Lauf rumärgern mußt. Allerdings was heißt hier "gemeinsam...." - viele sind da nicht mehr übrig geblieben - die meißten der vertrauten Gesichter waren dieses Jahr gar nicht am Start - Jürgen kuriert eine Knieoperation aus, Yvonne kümmert sich um den Läufernachwuchs, Conni kann wegen Kniebeschwerden zur Zeit gar nicht laufen, Siggi war in Hamburg beim Marathon zu Gast, Leslie zieht es vor, durch die Mannheimer Kneipen zu ziehen, bei Vera und Petra paßte der Lauf nicht in das Vorbereitungsprogramm für Mannheim. So waren dann áus unserer Gruppe nur Günther, Ralf-Peter, Jose und ich, die sich am Sonntag der Herausforderung HD-HM stellten.

Du kannst Dich erinnern, dass mir immer schon Temperaturen am liebsten waren, bei denen man mit Handschuhen und Stirnband an den Start gehen konnte. Mit großer Sorge habe ich deshalb letzte Woche die Wetterentwícklung in der Region beobachtet - keine Abkühlung, kein Regen in Sicht. Die schlimmsten Befürchtungen haben sich bestätigt, als es am Samstag Abend in HD noch 32 Grad waren. Wenn man schon am Wetter nichts ändern kann, muß man eben an anderen Stellen umorganisieren (mehr essen und trinken !!).

Wie vor allen wichtigen Läufen bewährt sich die Abholung der Startunterlagen am Vorabend. Gemeinsam mit Vera und Jose sind Renate und ich mit der Straßenbahn nach HD getuckert und erstmal durch die Altstadt gebummelt. Anschließend waren wir bei der kleinen Messe für Sportartikel, die sich im Zielbereich niedergelassen hat. Angesichts der drohenden Hitze habe ich mir spontan ein ultraleichtes Laufshirt ohne Ärmel gekauft, das sich dann am nächsten Tag hervorragend bewährt hat. Die obligatorischen Nudeln bei der Ausgabe der Startnummern haben wir dann mal als Vorspeise zu uns genommen und diese bei einem anschließenden Besuch beim Italiener mit Spaghetti und Pizza ergänzt - da bleibt nichts dem Zufall überlassen, es sollte keiner sagen können, wir hätten uns nicht genügend mit Kohlenhydraten versorgt.

Wie vor jedem Lauf - viel zu früh dagewesen, die üblichen Vorbereitungen und immer der besorgte Blick zum Himmel, aber nicht weil Regen gedroht hätte, sondern wegen der Frage, ab wann die Sonne durchbrechen sollte. Jose und ich haben uns dann von Ralf-Peter verabschiedet, der sich entsprechend seines Leistungsvermögens bei den Spitzenläufern reingemogelt hat. Ehrlich wie wir nun mal sind, haben Jose und ich den Platz im hintersten Startblock eingenommen. Es hat dafür dann auch 5 Min. gedauert, bis wir von dort endlich über die Startlinie laufen konnten.

War es am Anfang noch etwas kühl, stiegen die Temperaturen beim Laufen in der Sonne durch die Altstadt und nach Neuenheim stetig an, der Schweiß begann schon in Strömen zu fließen, bevor wir überhaupt die ersten 5 km absolviert hatten - Also erste Maßnahme bevor der Motor kocht - Drehzahl reduzieren und einen Gang runter schalten.

Dann endlich der Einstieg in den Philosphenweg. Erstaunlicherweise sind Jose und ich die Serpentinen locker hochgelaufen - zum einen lag es an der tollen Unterstützung durch die riesigen Zuschauermengen, zum anderen an der Vorfreude, dass wir uns mit unseren Fans Vera, Renate und Conni oben am Philosophenweg verabredet hatten. Natürlich nicht ganz ohne Hintergedanken.

Aus bitterer Erfahrung hatte ich noch in Erinnerung, dass es zwischen Km 5 und 13 keine Getränke mehr gibt. Aus diesem Grund haben wir eine persönliche Verpflegungsstelle eingerichtet und sind dort fürstlich versorgt worden. Anschießend Gürtel umgeschnallt, eine Flasche Cola rein und mit einer zusätzlichen Flasche Wasser in der Hand, ging es dann auch bald wieder weiter bergauf. Manch neidischer Blick hat uns beim Trinken verfolgt.

Bei diesen Temperaturen wäre ein zusätzliche Getränkestelle bei km 10 hilfreich gewesen. Ein junges Mädchen hat mich dann auch gefragt, ob sie einen Schluck aus meiner Flasche haben könnte - habe ihr natürlich selbstlos die halbvolle Flasche überlassen. Die Strecke durch den Wald war traumhaft, nicht zu heiß und ein leichter Wind - hier konnte man wieder im üblichen Tempo laufen. Außerdem schien sich doch unser Bergtraining am Weißen Stein positiv bemerkbar zu machen. Bis dahin keinerlei Probleme beim bergauf laufen, Mit der entsprechend Einsícht, dass schnelles abwärts laufen schadet, haben wir uns gemächlich an die nächste Rampe herangeschlichen.

Bei Anstieg zur Rampe am Stift Neuburg gleich ein Schreck - eine junge Läuferin lag ohnmächtig am Straßenrand, Sanitäter und Notarzt waren aber glücklicherweise schon bei ihr - hoffenltich ist nichts schlimmeres passiert. Solche Ereignisse machen dann aber doch nachdenklich - sollten wir vielleicht den Rest der Steigung gehen oder insgesamt noch langsamer Laufen - Gedanken, die unter der Anfeuerung der zahlreichen Zuschauer schnell wieder verdrängt wurden.

Mit kontrollierten Schritten hinab ins Neckartal, ein Freund von Jose hat uns ein Stück begleitet und mit Getränken versorgt (ihm dafür vielen Dank von dieser Stelle). Den Anstieg zum Wolfbrunnenweg haben wir problemlos bewältigt, während der Großteil der Läufer schon gehen mußte. Auffällig war die hohe Anzahl von Läufern mit niedrigen Startnummern (Zielzeit 1:30 - 2.00 Stunden), die sich dadurch einen Vorteil beim Start verschaffen und hinterher nichts mehr drauf haben. Wenn ich dann noch Läufer sehe, die schon nach 3 oder 5 km gehen müssen, macht mich das sehr besorgt - oft solche, die bei diesen Temperaturen in langen Hosen und mit dicken Trainingjacken los laufen !!

Die restlichen 2 Km Anstieg zum Schloß hoch haben sich erwartungsgemäß "etwas hingezogen", wir konnten auf diesem Steckenabschnitt noch unzählige Läufer überholen und haben selbst den Freibierstand von Welde ausgelassen. Dann der Hinweis des Streckenpostens, ab jetzt nur noch bergab, keine Rücksicht mehr auf die Waden, volles Tempo !!

In der Fußgängerzone bis zum Ziel unglaubliche Masssen an Zuschauern, die alle Läufer lautstark angefeuert haben - Gänsehaut - Ziel !! Hier haben wir auch Ralf-Peter wieder getroffen, der natürlich schon längst vor uns im Ziel war.

In Zielbereich fiel mir wieder ein Transparent von unterwegs ein: "Am Philosophenweg fließt der Schweiß - im Ziel das Weizen"., Das mit dem Weizenbier haben wir bei Jose im Garten nachgeholt.

1067 Blank Lothar DJK Feudenheim 1963 01:55:27 M40 242 1368
1676 Snackers Ralf-Peter DJK Feudenheim 1964 02:04:26 M40 372 1749
1696 Kohr Günter DJK Feudenheim 1955 02:04:43 M50 120 835
1950 Rumstadt Andrea DJK Feudenheim 1960 02:09:16 W45 39 2314
2264 Schlick Hubert DJK Feudenheim 1953 02:14:58 M50 165 3090
2319 Peckolt Ulrich DJK Feudenheim 1947 02:16:04 M60 36 3717
2706 Selter Christiane DJK Feudenheim 1958 02:25:10 W45 82 169

Hubert