Bestzeit beim 36. Bienwald Marathon in Kandel am 13.3.2011

Nachdem ich letztes Jahr beim Bienwald Marathon so schnell wie nie zuvor gelaufen war (3:56:04) konnte diesmal Rolf Siegel mit einer Bestzeit glänzen- Platz 8 in seiner AK und mit einem idealen Lauf (2.Hälfte 4-fast 5 Min. schneller als 1.Hälfte) erreichte er die fabelhafte Zeit von 3:48:26 . GRATULATION! Für mich selbst lief es diesmal nicht gerade ideal – dennoch bin ich mit 4:05:28 bei meinem 17. Marathon zufrieden. Aber nun der Reihe nach:

Am Start stehen um 10Uhr bei leichtem Nieselregen ca. 500 Marathonläufer und ca. 1000 Halb-Marathonis. Der bürgernahe Ministerpräsident Kurt Beck startet mit einem lauten Knall aus der Pistole den Lauf!

KM 0-5 Irgendwie kurzweilig (5:30) kommen wir allmählich in einen guten Rhythmus.

KM 5-20 Alles okay soweit, wir laufen (5:25) auf Bestzeitenkurs, sollten wir das Tempo halten können. Ich kann es mir sehr gut vorstellen und denke „kein Problem“.

KM 21-25 Rolf kommt plötzlich in Schwung (Höhenflug) und zieht das Tempo an! Ich versuche dabei zu bleiben, laufe aber nicht wie gewohnt dominant und mit breiter Brust voran sondern bin im sogenannten Windschatten leicht seitlich versetzt. Meine Körpersprache ist heute absolut nicht wie sonst!

KM 26 Rolf zieht davon und ich rufe noch „lass es rollen-mach dein Ding-ich folge so gut es geht“! Nur noch eine kurze Zeit habe ich Blickkontakt zu Rolf.

KM 27-32 Mein Ziel ist es immer noch bei KM 32 nicht über 3 Std. zu liegen, sodass die letzten 10 KM mit einem 6er Schnitt für unter 4 Std. ausreichen! Leider machen mir Bauchkrämpfe und ein kleiner Zeh am rechten Fuß (taub) zu schaffen, meine Durschnitts Zeiten werden immer langsamer (6:29). Irgendwie ist es diesmal nicht mein Tag obwohl die Voraussetzungen (Training, Kopf, flache Strecke, kühle Temperaturen) gut waren. Bei KM 32 habe ich 2:58 auf der Uhr! Weiter geht’s!

KM 33-38 Bauchkrämpfe und Zeh lassen nicht locker und fangen an mich zu nerven (6:54) – trotzdem denke ich mir „weiter kämpfen“! Ich versuche alles: kleine Gehpause, Traubenzucker, Salztabletten sowie Musik vom MP3Player jedoch alles ohne den erhofften Aufschwung. Den Rest geben mir dann die „unter 4 Std-Läufer“ die locker an mir vorbeiziehen!

KM 39-42 In Kandel gibt es nur ganz wenige Zuschauer und- keine Musikgruppen die mir die letzten KM erleichtern könnten – zäh, monoton, tristes abarbeiten der letzten KM (6:54).Ich kann den Stadionsprecher schon hören als eine nette Läuferin mir zuruft „es ist doch nur noch ein kleiner Rest“ – hat wohl Mitleid mit mir! Ich winke ihr zurück und sage „ich komm schon“!

Letzte 195 Meter Der einzige Lichtblick am Schluss ist Rolf, mein „großer Laufbruder“ und Vorbild, der mich motiviert und ein Stück begleitet und heute alles richtig gemacht hat. RESPEKT!!!

Andreas Kambouris