MLP-MANNHEIM-MARATHON - KOPF, BEINE, HERZ
bei meinem 8. Marathon am 24.05.2008

Zwei Wochen nach meinem Marathon in Hamburg am 27.04.2008 (gefinisht mit 4:10 – wollte eigentlich 3:59:59 laufen) war meine Motivation für den MLP-Marathon in Mannheim am Boden (ganz, ganz tief unten).

Im Kopf nur negative Gedanken:
- 2 x 42,195 Km innerhalb von 4 Wochen kann doch nicht gut (normal) sein!
- gesundheitlich doch bestimmt sehr bedenklich!
- sollte ich überhaupt starten (wie sag ich es Käptn und den anderen?)
- wenn ich zum ersten mal nicht finishen sollte?
- Wade rechts, Knie links schmerzen leicht!
- wird das Wetter wieder so Kräfte zehrend und zermürbend sein wie 2007? (war mein härtester Wettkampf ich berichtete darüber!)
- warum tue ich so etwas überhaupt – bin ich ein Laufbesessener ?

Noch nie war mein Kopf so schwach (doch einmal bei meinem allerersten Lauf in Heddesheim vor 4 Jahren). Meine erste Laufeinheit nach Hamburg war am 18.Mai – 10 km in 60 Minuten
– FAZIT: KOPF:“NEIN“, BEINE:“VIELLEICHT“ und HERZ:“JA“.

Erstes Training am 20.Mai - 13km in 1:20 Std.
– FAZIT: KOPF:“etwas besser-alleine schon durch die Präsenz der Laufkameraden, BEINE:“geet doch schun widda gonz orddentlich“, HERZ: nach wie vor “JA“.

Wäre doch eigentlich toll, wenn es klappen würde, denke ich so vor mich hin beim traben (bin ich dann wirklich ein Laufheld?). Schließlich hatte ich ja schon mal zwei Marathons 2007 (Freiburg 4:00:09) und Mannheim (4:22:11) innerhalb von 7 Wochen gemeistert.

Warum also nicht – macht doch Spaß das Laufen! Oder??? Außerdem ist Mannheim gesetzt“ sagt Käptn (Rolf Siegel) immer!

“BEST“ (Jürgen Schöffel – ist einfach zur Zeit der Beste!! – deshalb ab sofort „BEST“ genannt!) ist auch sehr optimistisch für mich - du schaffst das doch – gelle! Siggi kalkuliert für mich und Käptn max.4.15, eher aber 4.20 bis 4:30 (er sollte Recht haben am Schluss).

LOS GEHT’S: 5.000 Läufer starten! Dieses Mal möchte ich aber einiges anders machen:
- an wirklich jeder Versorgungsstelle 2 Becher Wasser (aus) trinken
- bei jeder Gelegenheit Banane essen
- gegen Ende stets COLA trinken.

Meine HIGHLIGHTS des Laufs:
- gemeinsamer Start mit Käptn, Best (mit sehr netter Begleitung) und Freunde aus Rottweil (Heike , Bernd und Stefan - sind mit Käptn und Best in New York gelaufen).
- Luise mit Schirm , Charme (ohne Melone bzw. Mütze) begleitet ihren Rolf (meinen Käptn) in Seckenheim im Laufschritt (wird selbstverständlich mit dem Foto festgehalten).
- DJK-Versorgungsstelle bei KM 13 – wir haben einen 3-4 Minuten-Boxenstop. Irmgard serviert uns alkoholfreies Bier. Wir verweilen gerne bei unseren Freunden und fühlen uns einfach nur wohl! Hoppla, wir müssen auch wieder weiter laufen (hätten wir fast vergessen).
- Rolf (Mohr) und Hubert feuern uns an und motivieren uns.
- Tolle Menschen am Straßenrand, sind gut gelaunt, feuern an und sind am feiern.
- Kinder stellen sich brav in einer Reihe (wie eine Perlenkette) und wollen von den Läufern abgeklatscht werden.
- Ironman Norman Stadler steht lässig am Zaun angelehnt in der Otto-Beck-Straße und klatscht (wenn auch schon etwas müde) den Marathonis zu. Wir fühlen uns geehrt bei so viel Prominenz. Ich suche verbissen einen Blickkontakt, jedoch ohne Erfolg – rufen konnte ich nicht: mir fiel vor Freude gerade der Vorname nicht gleich ein!.
- „Sonnenschein“ Sabine (Snackers) mit Kindern feuert uns an und Alexandra spurtet mit mir an der Hand einige Meter mit (ganz der Papa denke ich) und lobe ihren wirklich guten Laufstil!
- Wir treffen nun auch in Ludwigshafen an der Duo-Marathon-Wechselstelle (ganz schön langes Wort) auch Ralf (Snackers) der die erste Etappe gelaufen war. Beim Hamburg-Marathon hatte er mit 4:07 (Bestzeit) gefinisht! Schade, dass ich mir keine Zeit nehme für ein Foto und einen kleinen Plausch.
- Idyllische Straße in Ludwigshafen-Niederfeld, da die komplette Straße mit Fackel bzw. Lichterketten bestückt ist. Gefällt uns sehr gut.
- Käptn heute mit I-Pod-Knopf im Ohr (mit 718 Songs aufgerüstet). Mit soviel Schwung – und Rhythmus können Bernd und ich leider nicht mithalten. Bestens gelaunt zieht er bei KM 22,5 locker (fast schon leichtfüssig) davon (eigentlich wie immer). Er hat wohl den idealen gelenkschonenden Takt gefunden! Singt immer wieder laut mit und ruft auch öfters mal ins Publikum. Einfach genial drauf heute - er finisht mit 4:20 (Respekt nach Hamburg-Marathon) und sieht beim Zieleinlauf auch noch sehr entspannt aus!
- Siggi (man sah ihn an 3 oder sogar 4 verschieden Stellen) feuert uns mehrfach an- kurz vor Ende will ich stoppen und ein kleines Schwätzchen halten – darf ich nicht – Siggi meinte „erst zu Ende laufen“! Befehl ist Befehl: ich trabe also einfach weiter.
- Bernd (New Yorker aus Rottweil) zieht mich (merkt es aber nicht); später gegen Ende ziehe ich ihn. Einfach gute Teamarbeit! Wir überholen Charly-Chaplin (den kenn ich doch schon vom Karlsruhe-Marathon). Ich werde bestimmt auch mal maskiert laufen (evtl. als „ZORRO“ also ganz in schwarz, mit Maske und ein Schwert und Peitsche in der Hand)!
- gemeinsamer Zieleinlauf (4:30) mit Bernd (tolles Finisher Foto zu zweit).
- noch nie habe ich die Brücke (3,7 Km lang) bei KM 37 so locker gemeistert wie heute
- gemeinsam mit den Rottweiler-Freunden habe ich dann euphorisch (mit Gebrüll und pfeifend) den allerletzten Läufer (6:00) finishen gesehen und gefeiert. Dicht hinter ihm der berühmte Besenwagen, 2 Rettungswagen, ein Polizeiwagen sowie Motorrad-Eskorte. Bernd möchte auch mal Letzter sein, um so gefeiert zu sein und eskortiert zu werden.

FRAGE: Was macht der ganze Begleitschutz eigentlich, wenn der Läufer am Baum Pipi macht? ANTWORT: Warten natürlich und dann weiter verfolgen - ist doch klar!

- zum ersten Mal nach einem Lauf lasse ich mich massieren – tut echt gut! Absolute Profis gehen da zu werke. Die kennen jeden Muskel mit Namen.
- Gemütliches Abschlussgetränk am Wasserturm mit den sympathischen Rottweilern.
- Taxifahrt (1 Uhr Nachts) mit gesprächigem Fahrer (er will alles über Marathon wissen).
- Erst um 4 Uhr Nachts schlafe ich ein – mein letzter Gedanke: KOPF , BEINE und HERZ „ GUT“!

GESAMT-FAZIT: Mein schönster Mannheimer Lauf! Ich freue mich jetzt schon auf Frankfurt im Oktober sowie auf Paris im April 2009.

Ach so ja, bevor ich es vergesse: Gratulation an alle Finischer

Andreas Kambouris