Rockie Mountain Lauf

Um am Rockie-Mountain-Lauf teilzunehmen, muß man nicht in die Rocky Mountains nach USA oder Kanada reisen – das wäre für einen Berglauf mit 13 km Länge doch etwas zu weit. Es reicht ein Kurztrip in die nahe gelegene Nordpfalz mit ihrer höchsten Erhebung, dem 687 m hohen Donnersberg. Dort veranstaltete die Gemeinde Rockenhausen am 27. März 2010 den ersten Rockie-Mountain-Lauf zum höchsten Berg der Pfalz.

Auf der Suche nach einem interessanten Vorbereitungswettkampf für den Weinstrassenmarathon Ende April erschien dieser Lauf die geeignete Herausforderung zu sein. Also haben Vera, Jose und ich bereits Ende Januar 2010 den „Frühbucherrabatt“ genutzt und uns angemeldet.

Vera konnte dann Ende März 2010 verletzungsbedingt nicht an den Start gehen. Rolf hat ihren Startplatz übernommen, ohne sich allerdings „umzumelden“. Francesco hat kurzfristig nachgemeldet. So machten wir uns am Vormittag des Wettkampfes zu viert auf den Weg von Heddesheim nach Rockenhausen. Um aus unserer Region schnell und zielsicher dort hinzufinden, empfiehlt sich die Nutzung eines leistungsfähigen Navigationsgeräts. Dies hat aber wiederum dazu geführt, dass wir bereits zwei Stunden vor dem Start angekommen sind. Wir kamen dadurch aber in den Genuß, das riesige Kuchenbüffet in der Donnersberghalle eröffnen zu dürfen.

Nachdem es in der Woche vor dem Wettkampf noch frühlingshaft mit Temperaturen bis zu 20 Grad war, kehrte nun beinahe der Winter zurück. Die Frage an die Verantwortlichen, wo denn die Schneefallgrenze liegt, blieb bei der Abholung der Startunterlagen unbeantwortet. Vorsichtshalber habe ich vor dem Start nochmals die Laufbekleidung um Laufweste und Mütze ergänzt. Eine Maßnahme, die sich dann unterwegs bewährt hat, da es auf dem Berg noch kühler und windiger war.

Die begehrtesten Plätze vor dem Start waren unter den aufgestellten Party-Zelten, keiner wollte schon vorher „eingeweicht“ werden. Aber 10 Sekunden vor dem Start half alles nichts mehr – wir mussten raus !! Bei strömendem Regen und Temperaturen knapp über dem Gefrierpunkt traten 248 Läuferinnen und Läufer am Marktplatz an, um die 13,5 km und 560 Höhenmeter in Angriff zu nehmen.

Beim Start wurde ausdrücklich darauf hingewiesen, dass die schwierigsten Passagen im Streckenprofil erst im mittleren und letzten Drittel des anspruchvollen Parcours kommen. Francesco hatte sich gleich mit einem Blitzstart vom Rest der Gruppe verabschiedet. Mit gebührendem Abstand ist der Rest unseres Teams „hinterher“ gelaufen.

Vom Start ging es durch die historische Altstadt von Rockenhausen aus der Stadt hinaus. Die ersten drei km der Strecke waren asphaltiert und noch „relativ“ flach. Danach folgte eine erste steile Passage auf nur zum Teil befestigten Waldwegen, die sehr schwer zu laufen war. Aber davon waren alle Teilnehmer gleichermaßen betroffen. Und wenn man dann schon mal nass und dreckig war, machen ein paar Schlammlöcher mehr oder weniger auch nichts mehr aus.

Bei Hälfte der Strecke gab es dann auch eine kurze flache Passage mit einer Verpflegungsstelle, bevor bei KM 7,6 der nächste steile Anstieg von etwa einem Kilometer begann. Danach konnte man es auf einem etwa ein Kilometer langen steilen Abstieg mit rund 100 Meter Gefälle auf naturbelassenen Pfaden laufen lassen. Bei KM 9 beginnt dann der eigentliche Aufstieg zum Donnersberg. Der steilste und auch hinsichtlich des Untergrundes schwerste Abschnitt lässt bei Kennern des Jungfrau-Marathons „Moräne-Gefühle“ aufkommen. Die letzten 500 Meter zum Ziel sind wieder asphaltiert und haben sogar ein geringes Gefälle.

Francesco ist bereits nach 1:23:11 Min durchs Ziel gelaufen, Jose und ich sind gemeinsam nach 1:25:58 angekommen. Da zwischen den ankommenden Läufern fast immer ein Abstand war, wurden fast alle Läufer mit Namen und Heimatverein im Ziel begrüßt. Dies hat auch Rolf bei seinen letzten Metern vor dem Ziel bemerkt (nach 1:31:29) und schnell noch die Startnummer mit dem Arm verdeckt, um nicht als „Vera Rojas aus Heddesheim“ begrüßt zu werden. Das war dann auch der Zeitpunkt, wo der Dauerregen aufhörte.

Gleich nach dem Zieldurchlauf ging es zum Umkleidezeit, um die trockene Laufkleidung in Empfang zu nehmen. Sich sofort umzuziehen, war angesichts der niedrigen Temperaturen empfehlenswert. Es waren bei kaltem Wind noch 3 Grad plus übrig geblieben. Leider kam der Bus für den Rücktransport eine halbe Stunde zu spät oben an. Dies und das kalte Wasser beim Duschen für die „Nachzügler“ waren aber die einzigsten Kritikpunkt an der gesamten Veranstaltung – für das das Wetter kann schließlich keiner was.

Ansonsten war der Lauf hervorragend organisiert. Vor allem die lange Kuchentheke war beindrckend. Außerdem hat uns hat die landschaftlich reizvolle und läuferisch anspruchsvolle Strecke sehr gut gefallen. Allerdings sollte man aufgrund des Streckenprofils und der Länge der Strecke nur mit einer entsprechenden Vorbereitung an diesem Lauf teilnehmen. Bei Läufern aus unserer Region sollten Geiersberg und Weißer Stein im Vorbereitungsprogramm nicht fehlen.

Anschließend durfte natürlich eine entsprechende „Regenerationseinheit“ mit Kuchen und Bratwurst nicht fehlen. Der abschließenden Siegerehrung wollte Rolf nicht mehr beiwohnen. Er hatte auf der Ergebnisliste registriert, daß er in der Altersklasse W 55 mit Veras Startnummer den 3. Platz belegt hat. Wir konnten ihn nicht dazu bewegen, sich den Bart abzurasieren und den entsprechenden Preis abzuholen.

Eigene Bilder gibt es keine, da wir keine Unterwasserkamera dabei hatten.

Hubert Schlick