{"id":642,"date":"2022-02-09T12:00:55","date_gmt":"2022-02-09T11:00:55","guid":{"rendered":"https:\/\/www.djk-feudenheim.de\/Triathlon\/test_lore\/wordpress\/?page_id=642"},"modified":"2022-04-30T12:08:25","modified_gmt":"2022-04-30T10:08:25","slug":"2006-roth-lore","status":"publish","type":"page","link":"https:\/\/www.djk-feudenheim.de\/Triathlon\/2006-roth-lore\/","title":{"rendered":"Bericht einer frischgebackenen Langdistanz-Finisherin"},"content":{"rendered":"\n<p>Roth ist einfach super!<\/p>\n\n\n\n<p><img decoding=\"async\" src=\"https:\/\/www.djk-feudenheim.de\/Triathlon\/daten\/bilder_zu_berichten\/roth-2006.003.jpg\" vspace=\"10\" hspace=\"10\" align=\"right\"> Das klingt zwar platt, aber es ist schlicht die Wahrheit. Meine erste Langdistanz wollte ich, nach einer Staffelteilnahme als L\u00e4uferin letztes Jahr, unbedingt in Roth absolvieren. Also im September 2005 ein Herz gefasst und die Anmeldung abgeschickt! Und damit war die Verpflichtung da \u2013 trainieren, trainieren, und im Wettkampf durchhalten \u2013 sonst w\u00e4re die Qu\u00e4lerei im Training ja umsonst gewesen\u2026.<\/p>\n\n\n\n<p>Nach einer Zwangspause im Winter wegen einer Fu\u00dfverletzung ging dann im Februar endlich das gezielte Lauftraining los, ab April konnte man dann endlich auch wieder Radfahren. Mit dem gro\u00dfen Ziel vor Augen ist die Motivation f\u00fcr mehrst\u00fcndige Radtouren am Wochenende stark erh\u00f6ht, trotzdem bleibt im Hinterkopf immer die bange Frage \u201eWird das auch reichen, um durchzuhalten?\u201c. Und so fiebert und zittert man, je nach Stimmungslage, dem gro\u00dfen Tag X entgegen.<\/p>\n\n\n\n<p>Am Samstag in Roth gleich die Startunterlagen geholt (die ich netterweise auch ohne g\u00fcltigen Ausweis bekommen habe \u2013 im Eifer der Vorbereitungen hatte ich diesen Hinweis glatt \u00fcbersehen). Gelbes B\u00e4ndchen am Handgelenk hei\u00dft \u201eEinzelstarter\u201c \u2013 leicht geringsch\u00e4tzig schaut man den \u201eStafflern\u201c mit ihren blauen, roten oder gr\u00fcnen B\u00e4ndchen hinterher. Ab nach Heuberg auf die Superwiese beim Bauern, Zelt aufbauen und Beutel sortieren. Der Laufbeutel wird gleich am Samstag beim Fahrrad-Check-In abgegeben, da muss also alles passen. R\u00fcberlaufen zum Schwimmstart, voller Ehrfurcht in den Kanal gucken \u2013 sooo weit ist es bis zur n\u00e4chsten Br\u00fccke, wo morgen die Wendeboje sein wird \u2026. Die R\u00e4der und Helme werden in gelbe M\u00e4ntelchen geh\u00fcllt \u00fcber Nacht, die Beutel im Lkw verstaut, dann die Wechselzone abmarschieren und schon mal den Standort einpr\u00e4gen, wo ist der Schwimmausstieg, wo das Klo? Und nach getaner Arbeit ist doch glatt noch Zeit f\u00fcr ein St\u00fcndchen Entspannung am Rothsee, wohlweislich im Halbschatten, Sonnenbrand gibt\u2019s morgen noch genug. Und am Abend nat\u00fcrlich Nudeln mit So\u00dfe und um 9 Uhr ins Bett, trotz Fu\u00dfball-WM (Brasilien gegen Frankreich). Dreimal den Wecker \u00fcberpr\u00fcft, damit er auch sicher um 4 Uhr losquakt \u2026<\/p>\n\n\n\n<p>Am n\u00e4chsten Morgen ist es noch recht frisch, also Pulli und lange Hose \u00fcberziehen. Hunger ist nicht vorhanden, aber nat\u00fcrlich muss etwas gegessen werden, also Banane rein, Br\u00f6tchen rein, Apfelsaft trinken, und ab mit den restlichen Beuteln zum Schwimmstart. Fahrrad auspacken, Riegel und Flaschen dran, Startnummer nicht vergessen, Wechselbeutel mit Handtuch und Co. in die passende Reihe einsortieren, Zielbeutel abgeben, Oberarmbeschriftung suchen, letzte \u201eG\u00e4nge\u201c erledigen \u2013 und Neo anziehen. Es ist soweit!<\/p>\n\n\n\n<p>Ins Wasser \u2013 ei, ist ja ganz warm, wie angenehm \u2013 um uns rum klatschen und johlen alle, wir sitzen hier unten im Wasser wie in einem Stadion, alle schauen auf uns \u2013 noch drei\u00dfig Sekunden \u2013 noch einmal in die Runde winken, weil alle so lieb zu uns sind \u2013 und da ist der B\u00f6llerschuss! Stoppuhr dr\u00fccken und ab geht\u2019s, sch\u00f6n ruhig hintendran, nur nicht unn\u00f6tig Kraft vergeuden im Gedr\u00e4nge. Es l\u00e4uft gut, ich habe schnell genug Platz und kann nach einer Weile auch immer wieder Schwimmer(innen) \u00fcberholen, die langsamer werden. Die erste Wende kommt schnell, ein Blick auf die Uhr beruhigt mich bez\u00fcglich der Zeit, alles in Ordnung. Ich strecke mich noch ein bisschen mehr auf dem R\u00fcckweg, mit Zuschauern am Ufer und den in der Gegenrichtung weitergehenden Starts als Abwechslung ist auch der R\u00fcckweg nach Heuberg gar nicht so lang. Dann noch um die letzten Bojen herum, den Ausstieg nicht verpassen, ein wenig wacklig die Matte hochtapsen und weiter geht\u2019s. Mit der Zeit bin ich ganz zufrieden, muss also nicht meinem Frust hinterherfahren, sondern kann ganz locker weitermachen.<\/p>\n\n\n\n<p><img decoding=\"async\" src=\"https:\/\/www.djk-feudenheim.de\/Triathlon\/daten\/bilder_zu_berichten\/roth-2006.002.jpg\" vspace=\"10\" hspace=\"10\" align=\"left\"> Auf dem Rad geht es von einem \u201eStimmungsnest\u201c zum n\u00e4chsten, trotz (oder wegen?) meinem zun\u00e4chst nicht funktionierenden Tacho habe ich das Gef\u00fchl, mein Rad hat Fl\u00fcgel bekommen. Tolle Strecke, nur leicht wellig, bevor eine Steigung so richtig wehtut, ist sie schon zu Ende \u2013 au\u00dferdem wird man von den Zuschauern, die fast \u00fcberall stehen oder sitzen, geradezu hochgetragen. Und bergab ist es so \u00fcbersichtlich, dass sogar Angsthasen wie ich meistens locker beschleunigen k\u00f6nnen, ohne krampfhaft die Bremsgriffe festzuhalten. Nach der interessanten ersten Runde kommt nat\u00fcrlich noch die zweite, die weniger interessant und mehr vom Wunsch, endlich anzukommen, gepr\u00e4gt ist, vor allem, wenn der Wind auffrischt und ab und zu eben auch von vorne bl\u00e4st. Dann noch das Schlussst\u00fcck nach Roth, leicht fallend und mit R\u00fcckenwind, das treibt noch mal sch\u00f6n vorw\u00e4rts. Absteigen \u2013 dabei darf man sich sogar am Rad festhalten, die Helfer l\u00e4cheln wissend und packen fest genug zu \u2013 das tut gut. Fester Boden unter den F\u00fc\u00dfen, angekommen ohne Panne!<\/p>\n\n\n\n<p><img decoding=\"async\" src=\"https:\/\/www.djk-feudenheim.de\/Triathlon\/daten\/bilder_zu_berichten\/roth-2006.001.jpg\" vspace=\"10\" hspace=\"10\" align=\"right\"> Naja, weiter geht\u2019s, G\u00fcrtel mit Gels umbinden, Melone essen, trinken, ein paar Meter gehen und die Beine lockern, dann mal versuchen zu joggen, na, geht ja ganz gut, wird sicher noch geschmeidiger, einfach weitertraben. Als mir nach den ersten Metern klar wird, dass ich meiner geplanten Zeit fast eineinhalb Stunden voraus bin, w\u00e4chst die Motivation, den Lauf sicher nach Hause zu bringen Also: sch\u00f6n ruhig rollen lassen, nicht verkrampfen, aber auch nicht unn\u00f6tig viel gehen. Und damit laufe ich dann den Kanal rauf und wieder runter, die Beine werden schwer (im Vergleich zu einem \u201enormalen\u201c Marathon etwa zehn Kilometer fr\u00fcher), der Durst ist immens, ich nehme jeden Schwamm, der mir angeboten wird, und versuche Kopf und Oberk\u00f6rper st\u00e4ndig nass zu halten, um keine Probleme mit der Hitze zu bekommen. Meine Gels funktionieren, dazu gibt es Cola, Iso, Wasser und ab und zu eine Banane. Die Kilometer fliegen zwar nicht gerade vorbei, aber das z\u00e4he Gef\u00fchl, eigentlich keine Lust mehr zu haben, kennt man ja vom Training. Und wenn man schneller l\u00e4uft, kommt man fr\u00fcher an! Wobei von \u201eschneller\u201c eigentlich nicht mehr die Rede sein kann, sondern nur noch von \u201e\u00fcberhaupt\u201c Laufen und nicht Gehen. Aber das letzte Kilometerschild bei km 41 kommt tats\u00e4chlich, da stehen die Zuschauer wieder dichter, treiben einen vorw\u00e4rts, behaupten \u201enur noch 100 Meter\u201c (sind aber noch mindestens 300!) und lassen keine Schw\u00e4che mehr aufkommen. Der blaue Teppich, die Ansage, das Tor, die Zeitanzeige \u2013 geschafft! Die Kraft reicht sogar noch f\u00fcr die Siegerpose \u2026<\/p>\n\n\n\n<p><img decoding=\"async\" src=\"https:\/\/www.djk-feudenheim.de\/Triathlon\/daten\/bilder_zu_berichten\/roth-2006.004.jpg\" vspace=\"10\" hspace=\"10\" align=\"right\"> Supertoll auch die Versorgung danach. Medaille, Finisher-Shirt, Getr\u00e4nke und Essen satt f\u00fcr jeden Geschmack, Massage, Beutelabholung, Duschen (wobei die Schwellen der Duschkabinen f\u00fcr die \u00fcberlasteten Muskeln ein echtes Hindernis darstellen, das nur in Teamarbeit \u00fcberwunden wird!). Jetzt kann man sich sonnen in dem Gef\u00fchl, das gesteckte Ziel erreicht zu haben, ein Roth-Finisher zu sein, eine besondere Herausforderung bew\u00e4ltigt zu haben.<\/p>\n\n\n\n<p>Lore Mair, Roth 2006<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Roth ist einfach super! Das klingt zwar platt, aber es ist schlicht die Wahrheit. Meine erste Langdistanz wollte ich, nach einer Staffelteilnahme als L\u00e4uferin letztes Jahr, unbedingt in Roth absolvieren. Also im September 2005 ein Herz gefasst und die Anmeldung abgeschickt! 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