{"id":735,"date":"2022-02-15T18:12:19","date_gmt":"2022-02-15T17:12:19","guid":{"rendered":"https:\/\/www.djk-feudenheim.de\/Triathlon\/test_lore\/wordpress\/?page_id=735"},"modified":"2022-04-30T11:32:58","modified_gmt":"2022-04-30T09:32:58","slug":"2013-mlpmarathon-rainer","status":"publish","type":"page","link":"https:\/\/www.djk-feudenheim.de\/Triathlon\/2013-mlpmarathon-rainer\/","title":{"rendered":"Von einem, der sich durch den MLP-Marathon qu\u00e4lte"},"content":{"rendered":"\n<h4 class=\"wp-block-heading\" id=\"nachruf-zum-mlp-marathon-2013-am-8-juni\">Nachruf zum MLP Marathon 2013 am 8. Juni<\/h4>\n\n\n\n<p><img decoding=\"async\" src=\"https:\/\/www.djk-feudenheim.de\/Triathlon\/daten\/bilder_zu_berichten\/mlp-marathon-2013-01.jpg\" vspace=\"10\" hspace=\"10\" align=\"right\"> Eigentlich sollte es f\u00fcr mich nach 7-j\u00e4hriger Marathonpause ein motivierender Wiedereinstieg in eine geliebte Sportart werden, in der ich bereits 15 mal finishen durfte. Und meist mit Gl\u00fccksgef\u00fchlen und positiven Erinnerungen an Laufinhalte und Ergebnisse. Auch der 8. Juni 2013 begann vielversprechend. Mein K\u00f6rper meinte, es sei warm und mutma\u00dflich nicht zu schw\u00fcl. Geist und Laufwerk gut drauf, kein Wehwehchen. Der K\u00f6rper gut hydriert bis zum farblosen Auswurf, sowie optimale und leicht verdauliche Kampfnahrung in den k\u00f6rpereigenen Depots.<\/p>\n\n\n\n<p>Der Startschuss klang denn auch wie der erste Satz von Beethovens Eroika. Beschwingt und leicht, ohne Kraftanstrengung ging es durch Mannheims Oststadt, Neuostheim, Seckenheim und Friedrichsfeld, dann am Neckar entlang wieder zur\u00fcck in Mannheims konzertierte Quadratur.<\/p>\n\n\n\n<p>In Teil 2 des Marathons ging es r\u00fcber in die Ludwigshafener Hoch- und Tiefstra\u00dfen. Bei der HM-Splitzeit mit 1:51h war es noch immer ein angenehmes und lockeres Traben ohne M\u00fch. Wenn es so weiterl\u00e4uft, bleibe ich sogar deutlich unter 4:00 Stunden, so mein K\u00f6rpergef\u00fchl zu diesem Zeitpunkt. Das l\u00e4uferische Tief sollte ausgerechnet auf der Hochstra\u00dfe von Ludwigshafens Ende zuschlagen und den stolzen K\u00f6rper zum Versacken bringen.<\/p>\n\n\n\n<p>Dritte Splitzeit bei km 34,6 mitten in der Ludwigshafener Gartenstadt lag bei 03:16h. Ich merkte, dass die Flaschen jetzt be\u00e4ngstigend schnell leer laufen, dass der K\u00f6rper Substanz verliert und den Mangel aufbaut. Schaute \u00f6fters pr\u00fcfend, ob das noch meine eigenen Beine sind, die da unten rumwackeln, oder ob mir jemand w\u00e4hrend des Laufs Fremdmaterial installiert hatte. K\u00f6nnte immer noch f\u00fcr eine 03:59h Zielzeit reichen. Aber frei nach Wilhelm Busch f\u00fchlte ich \u201ewehe, wehe, wehe, wenn ich an mir nach unten sehe\u201c. &#8211;<\/p>\n\n\n\n<p>Als mich Klaus Auer vom ASG-Tria Hockenheim mit aufmunternden Zurufen bei km 35 \u00fcberholte, hatte ich einige Kr\u00e4mpfe zuvor gerade noch einigerma\u00dfen abfangen k\u00f6nnen. Ab km 36 aber war es aus. Die Muskeln machten zu. Der Elektrolyt Haushalt im K\u00f6rper kollabierte. Laufschritt undenkbar, wurde vom K\u00f6rper sofort mit Kr\u00e4mpfen an mindestens einem Bein bestraft. Die Kr\u00e4mpfe machten mich gegen meinen Willen zum Soft-Walker. Will hei\u00dfen: nur noch 6 km vorsichtiges Spazierengehen wurde akzeptiert. Schon ein energischer Schritt wurde vom K\u00f6rper sofort abgepfiffen und f\u00fchrte zur Spielzeitunterbrechung. Dazu kam allgemeines Unwohlsein und Unlust, irgendeine Nahrung in festem oder fl\u00fcssigen Zustand aufzunehmen. Dies f\u00fcr mich nichts Neues, eher \u00fcblich bei marathonischen Belastungen und in der Regel gut beherrschbar. An diesem 8.Juni 2013 aber extrem und ern\u00fcchternd.<\/p>\n\n\n\n<p>Fazit: muss an meinem Marathon Ziel (l\u00e4chelnd durchs Ziel) weiter arbeiten. Das mit Mannheim war nix. Schade, bei km 30 war die Welt noch in Ordnung mit einem noch glaubhaften 03:59 h Zielerreichungsziel. Aber Zielzeit 04:33h und vor Allem mit einem gequ\u00e4ltem Gesichtsausdruck vom Typ \u201eH\u00e4cheln statt L\u00e4cheln\u201c im Ziel. So geht mein Lauf nicht in die Annalen ein, allenfalls in die mit nur einem N. Oder lag es vielleicht daran, dass ich nicht als ASG L\u00e4ufer angemeldet war, sondern unter der Vereinsflagge meines Auch-Mitgliedsvereins DJK-Feudenheim? Ich werde es beim n\u00e4chsten Marathon mal einfach andersrum probieren und schauen, ob es auch beim Laufwettkampf wundersame Magie gibt, die meine laufenden Geschicke lenkt. &#8211; Konstruktiv(er) ist sicher die Fortsetzung bzw. Steigerung von langen L\u00e4ufen, vielleicht braucht ein M60-er doch ein l\u00e4ngeres Vorgl\u00fchen als ein jugendlicher M50-er. Und nat\u00fcrlich die Suche nach bek\u00f6mmlichen Elektrolyten, f\u00fcr Tipps eines gscheiten Sport-Druiden bin ich dankbar.<\/p>\n\n\n\n<p>Allemal: ich war nicht allein. Auffallend viele Abbrecher und Krampfl\u00f6ser rechts und links der Marathonstrecke. Die Sannies waren gut besch\u00e4ftigt. Auch der Folgetag, Sonntag der 9.Juni, stand unter einem dornigen Stern. Der Kraichgau-Triathlon musste wetterbedingt um gut 1 Stunde verz\u00f6gert werden. Der ber\u00fchmte Maxdorf Triathlon wurde komplett abgesagt. Das tut jedem weh, der wei\u00df, wie intensiv sich die Amateur-Triathleten auf ein solches Event vorbereiten und wieviel Hoffnungspotential der Athleten an eine solche Herausforderung gebunden ist. Da ist eine h\u00e4ssliche Grimasse beim MLP-Zieleinlauf ein unbedeutender Sch\u00f6nheitsfehler in der pers\u00f6nlichen Erinnerung eines unbedeutenden M\u00f6chtegern-Winners.<\/p>\n\n\n\n<p>Rainer H\u00fcber<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Nachruf zum MLP Marathon 2013 am 8. Juni Eigentlich sollte es f\u00fcr mich nach 7-j\u00e4hriger Marathonpause ein motivierender Wiedereinstieg in eine geliebte Sportart werden, in der ich bereits 15 mal finishen durfte. Und meist mit Gl\u00fccksgef\u00fchlen und positiven Erinnerungen an Laufinhalte und Ergebnisse. Auch der 8. Juni 2013 begann vielversprechend. 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